Der Tourismus eroberte den Hafen von Burgstaaken

Von 1920 - 1952 fuhren die ersten Dampfschiffe im Liniendienst nach Lübeck und Kiel. Einen ersten großen Aufschwung durch den Tourismus erlebte der Hafen Burgstaaken durch die „Butterdampfer“. Als "Butterfahrt" bezeichnete man Schiffsausflüge, die über die deutsche Zollgrenze hinaus auf See führten, damit die Gäste zollfreie Waren einkaufen konnten. Diese Ausflugsfahrten entwickelten sich ab dem Jahr 1953 zu einem echten Trend und sprachen vor allem die ältere Generation an, die einen gemütlichen Ausflug mit günstigem Einkauf verknüpften. Im Inneren dieser Butterfahrt- Schiffe gab es Selbstbedienungsläden, in denen Waren wie die günstigere Butter aus Dänemark, die diesen Fahrten ihren Namen schenkten, Tabak, Spirituosen, Parfüm, Süßigkeiten und vieles mehr zu vergünstigten Preisen verkauft wurden.

1975 wurde der Hafen erweitert, um für die größeren Schiffe Platz zu schaffen. Die Butterdampfer fuhren bis Ende 1998. Die letzten Butterdampfer waren die MS »POSEIDON« und die MS »DANIA«. Pro Jahr fuhren bis zu 400.000 Passagiere mit den Butterdampfern ab Burgstaaken. Seit dem 1. Juli 1999 sind derartige Fahrten leider in der EU nicht mehr zulässig. Die Folge des Verbots der Butterfahrten war, dass zahlreiche Menschen auf Burg ihren Arbeitsplatz verloren und viele der Schiffe verkauft wurden oder andere Einsatzgebiete für sie gefunden werden mussten. 

 

MS Dania Butterfahrtschiffe MS Poseidon Butterfahrtschffe

 
1999 wurde der Gewerbeverein Hafen Burgstaaken e.V. gegründet. Dieser Verein machte es sich zur Aufgabe, den Hafen touristisch weiter zu entwickeln und mit Veranstaltungen zu beleben. Der „Erlebnishafen Burgstaaken“ wurde ins Leben gerufen. Regelmäßig finden Fischmärkte statt, alle 2 Jahre gibt es das große Hafenfest. Seit 1999 entwickelt sich ein ständig wachsendes touristisches Angebot. Burgstaaken wurde zur Flaniermeile am Wasser.